Schnuller und Stillen: Gefährdet der Schnuller die Stillbeziehung?
- Katharina

- 25. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Kaum ein Thema sorgt bei frischgebackenen Eltern für so viele Fragen wie der Schnuller. Darf ein gestilltes Baby überhaupt einen Schnuller bekommen? Kann er zu einer Saugverwirrung führen? Und gefährdet er die Stillbeziehung? Die gute Nachricht vorweg: Ein Schnuller gefährdet eine gut etablierte Stillbeziehung in der Regel nicht. Entscheidend ist vor allem, wann der Schnuller eingeführt wird und wie das Stillen zu Beginn verläuft.
Warum wird vor einem frühen Schnuller gewarnt?
In den ersten Lebenstagen und -wochen lernen Mutter und Baby das Stillen gemeinsam. Die Milchbildung muss sich erst aufbauen und dein Baby übt, effektiv an der Brust zu trinken.
Häufiges Stillen unterstützt die Milchbildung
Gerade in dieser sensiblen Anfangszeit ist häufiges Anlegen besonders wichtig. Jedes Stillen sendet dem Körper das Signal, Milch zu produzieren. Wird ein Baby stattdessen häufig mit einem Schnuller beruhigt und dadurch seltener angelegt, kann die Brust weniger stimuliert werden. In manchen Fällen kann sich dadurch die Milchbildung langsamer entwickeln.
Deshalb empfehlen Fachgesellschaften Geduld
Aus diesem Grund empfehlen viele Fachgesellschaften und Stillberaterinnen, mit der Einführung eines Schnullers zu warten, bis das Stillen gut etabliert ist.
Wann ist das Stillen gut etabliert?
Eine feste Regel oder ein bestimmtes Datum gibt es nicht. Bei vielen Familien ist das Stillen nach etwa drei bis vier Wochen gut eingespielt.
An diesen Anzeichen kannst du dich orientieren
Das Stillen gilt häufig als gut etabliert, wenn:
dein Baby effektiv an der Brust trinkt,
es ausreichend an Gewicht zunimmt,
die Milchbildung gut funktioniert,
und das Stillen für euch beide überwiegend entspannt verläuft.
Wenn du unsicher bist, können deine Hebamme oder eine Stillberaterin dich individuell unterstützen.
Führt ein Schnuller zur Saugverwirrung?
Der Begriff Saugverwirrung ist vielen Eltern bekannt und sorgt oft für Verunsicherung.
Was die aktuelle Studienlage sagt
Nach aktuellem Forschungsstand verkürzt ein Schnuller bei einer gut etablierten Stillbeziehung die Stilldauer in der Regel nicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Baby gleich reagiert. Manche Kinder wechseln problemlos zwischen Brust und Schnuller, während andere empfindlicher auf unterschiedliche Saugtechniken reagieren.
Jedes Baby ist individuell
Deshalb kann es sinnvoll sein, in den ersten Wochen den Fokus zunächst auf das Stillen zu legen und den Schnuller erst später einzuführen.
Hat ein Schnuller auch Vorteile?
Ja, ein Schnuller kann durchaus Vorteile haben.
Schnuller und das Risiko für den plötzlichen Kindstod
Studien zeigen, dass das Anbieten eines Schnullers zum Einschlafen mit einem geringeren Risiko für den plötzlichen Kindstod (SIDS) in Verbindung gebracht wird.
Warum dieser Zusammenhang besteht, ist wissenschaftlich bislang nicht vollständig geklärt.
Der Schnuller sollte immer freiwillig sein
Wichtig ist jedoch, ein Schnuller sollte angeboten, aber niemals erzwungen werden.
Lehnt dein Baby den Schnuller ab, besteht kein Grund, es daran zu gewöhnen.
Der Schnuller ersetzt keine Mahlzeit
Ein Schnuller kann beruhigen und beim Einschlafen unterstützen. Er sollte jedoch niemals dazu dienen, Hungerzeichen zu überdecken.
Hunger braucht eine passende Antwort
Zeigt dein Baby Anzeichen von Hunger, benötigt es Nahrung und nicht lediglich einen Schnuller. Besonders in den ersten Lebenswochen unterstützt häufiges Stillen die Milchbildung und hilft dabei, die Stillbeziehung zu festigen.
Fazit: Schnuller und Stillen schließen sich nicht aus
Ein Schnuller gefährdet eine gut etablierte Stillbeziehung nach aktuellem Wissensstand in den meisten Fällen nicht. In den ersten Lebenswochen empfiehlt es sich jedoch, zunächst das Stillen sicher aufzubauen und die Milchbildung zu stabilisieren, bevor ein Schnuller eingeführt wird. Ist das Stillen gut eingespielt, kann ein Schnuller , wenn dein Baby ihn akzeptiert, eine sinnvolle Ergänzung sein und wird sogar mit einem geringeren Risiko für den plötzlichen Kindstod in Verbindung gebracht.
Das Wichtigste für Eltern
Nicht jedes Baby reagiert gleich. Beobachte dein Kind, höre auf dein Bauchgefühl und wähle den Weg, der zu euch als Familie passt. So können Schnuller und Stillen oft problemlos nebeneinander bestehen.
Unterstützung bei Fragen rund um Schnuller, Stillen und Babyschlaf
Jede Familie und jedes Baby ist einzigartig. Wenn du unsicher bist, wie sich Schnuller, Stillen und Schlaf bei euch miteinander verbinden lassen oder wenn die Nächte zunehmend anstrengend werden, musst du diesen Weg nicht alleine gehen. In einer individuellen Schlafberatung bei Childsleep schauen wir gemeinsam auf eure Situation, eure Bedürfnisse und die Gewohnheiten deines Babys. Dabei geht es nicht um starre Methoden, sondern darum, einen liebevollen und bindungsorientierten Weg zu finden, der zu euch als Familie passt.
Wenn du dir Unterstützung beim Babyschlaf wünschst, kannst du jederzeit eine individuelle Schlafberatung bei uns buchen. Wir begleiten euch gerne auf dem Weg zu entspannteren Nächten.





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