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Zahnen und Schlaf: Schläft mein Baby wegen der Zähne schlechter?

  • Autorenbild: Katharina
    Katharina
  • 23. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Viele Eltern kennen diese Situation: Das Baby schläft plötzlich unruhiger, wacht häufiger auf oder findet nur schwer in den Schlaf. Schnell fällt der Satz: „Das sind bestimmt die Zähne.“


Doch ist das wirklich immer der Grund?


Tatsächlich kann das Zahnen den Schlaf beeinflussen. Gleichzeitig werden Schlafprobleme häufig vorschnell auf die ersten Zähne geschoben, obwohl oft noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen.




Kann Zahnen den Schlaf beeinflussen?

Ja, das kann es.

Beim Durchbrechen eines Zahns kann das Zahnfleisch empfindlich sein oder schmerzen. Dadurch schlafen manche Babys unruhiger, wachen nachts häufiger auf oder benötigen länger, um einzuschlafen. Die gute Nachricht: Diese Phase ist in der Regel nur vorübergehend. Die Beschwerden treten meist rund um das tatsächliche Durchbrechen eines Zahns auf und halten häufig nur wenige Tage an.




Woran erkenne ich, dass mein Baby zahnt?

Jedes Kind reagiert unterschiedlich. Während manche Babys kaum Beschwerden zeigen, sind andere deutlich unruhiger.


Typische Anzeichen für das Zahnen sind:

  • vermehrter Speichelfluss

  • häufiges Kauen auf Händen oder Gegenständen

  • gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch

  • ein verstärktes Bedürfnis zu beißen oder zu kauen

  • mehr Unruhe als sonst

  • ein größeres Bedürfnis nach Nähe und Körperkontakt


Nicht jedes Baby zeigt alle diese Symptome und auch die Intensität kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein.




Sind die Zähne die Ursache für monatelange Schlafprobleme?

In den meisten Fällen: Nein.


Zwar zieht sich das Zahnen über mehrere Jahre hinweg, doch die Beschwerden rund um einen einzelnen Zahn dauern meist nur kurze Zeit an.

Wenn dein Baby oder Kleinkind über Wochen oder sogar Monate jede Nacht sehr häufig aufwacht oder große Schwierigkeiten beim Schlafen hat, steckt häufig mehr dahinter als das Zahnen allein.




Weitere mögliche Ursachen für Schlafprobleme


Mögliche Ursachen können unter anderem sein:


  • altersbedingte Entwicklungsschritte

  • Veränderungen im Schlafbedarf

  • Schlafgewohnheiten

  • ein unpassender Tagesrhythmus

  • neue Fähigkeiten oder emotionale Entwicklungen


Gerade deshalb lohnt es sich, den Schlaf immer ganzheitlich zu betrachten und nicht ausschließlich die Zähne als Ursache anzunehmen.




Was hilft meinem Baby beim Zahnen?

Leidet dein Baby offensichtlich unter den Beschwerden, können verschiedene Maßnahmen für Erleichterung sorgen.


Viele Eltern berichten von guten Erfahrungen mit:

  • gekühlten Beißringen (nicht tiefgefroren)

  • einer sanften Massage des Zahnfleisches mit einem sauberen Finger

  • viel Nähe, Kuscheln und Körperkontakt

  • bei stärkeren Schmerzen, nach Rücksprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt , geeigneten Schmerzmitteln


Von betäubenden Zahnungsgelen oder Hausmitteln ohne medizinische Empfehlung wird eher abgeraten.




Sollte ich während des Zahnens die Schlafroutine verändern?

Meistens nicht.

Es ist völlig normal, dass dein Baby während dieser Phase vorübergehend mehr Nähe braucht oder nachts häufiger aufwacht. Gleichzeitig hilft eine möglichst gleichbleibende Schlafroutine dabei, deinem Kind Sicherheit und Orientierung zu geben.

Versuche deshalb, eure gewohnten Schlafrituale beizubehalten. Sobald die Beschwerden nachlassen, finden viele Kinder wieder in ihren gewohnten Schlafrhythmus zurück.




Wann sollte ich mit meinem Baby zum Kinderarzt?

Das Zahnen kann zwar unangenehm sein und zu Unwohlsein führen, hohes Fieber, starker Durchfall oder ein deutlich krank wirkendes Kind gehören jedoch nicht zu den typischen Zahnungssymptomen.


Suche kinderärztlichen Rat, wenn dein Baby:

  • hohes Fieber entwickelt,

  • sehr abgeschlagen oder krank wirkt,

  • starke Schmerzen hat oder

  • du dir unsicher bist.




Fazit: Zahnen kann den Schlaf beeinflussen - ist aber selten die alleinige Ursache

Das Zahnen kann dazu führen, dass dein Baby einige Nächte unruhiger schläft, häufiger aufwacht oder mehr Nähe braucht. Diese Phase ist jedoch meist nur von kurzer Dauer.

Halten Schlafprobleme über einen längeren Zeitraum an, lohnt es sich, auch andere mögliche Ursachen in den Blick zu nehmen. Denn guter Babyschlaf wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Mit Geduld, liebevoller Begleitung und einer möglichst konstanten Schlafroutine finden die meisten Kinder nach dem Zahnen wieder zu ihrem gewohnten Schlaf zurück.


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