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Stillen und Schlaf: Wie hängen sie zusammen?

  • Autorenbild: Katharina
    Katharina
  • 23. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Stillen und Schlaf gehören in den ersten Lebensmonaten ganz selbstverständlich zusammen. Viele Babys schlafen an der Brust ein, trinken nachts mehrmals und suchen beim Aufwachen sofort die Nähe ihrer Mutter. Dieses Verhalten ist vollkommen normal und biologisch sinnvoll.


Dennoch fragen sich viele Eltern irgendwann: Beeinflusst das Stillen den Schlaf meines Babys positiv oder negativ?


Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an. Denn guter Babyschlaf wird von vielen Faktoren beeinflusst und Stillen ist nur einer davon.




Warum unterstützt Stillen das Einschlafen?

Muttermilch ist weit mehr als nur Nahrung. Beim Stillen werden sowohl bei der Mutter als auch beim Baby Hormone ausgeschüttet, die Entspannung und Geborgenheit fördern können.


Zusätzlich wirken der enge Körperkontakt, das Saugen und die vertraute Nähe beruhigend. Deshalb schlafen viele Babys an der Brust besonders leicht ein.

Gerade in den ersten Lebensmonaten ist das ein ganz natürlicher und wichtiger Bestandteil der Entwicklung.




Schlafen gestillte Babys schlechter?

Diese Aussage hält sich hartnäckig, wissenschaftlich lässt sie sich jedoch nicht pauschal bestätigen.


Viele gestillte Babys schlafen gut und entwickeln einen altersgerechten Schlafrhythmus. Andere wachen häufiger auf. Dasselbe gilt jedoch auch für Babys, die mit der Flasche ernährt werden.


Wie gut ein Kind schläft, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:


  • dem Alter

  • dem Entwicklungsstand

  • dem Temperament

  • dem individuellen Schlafbedarf

  • den Schlafgewohnheiten


Stillen allein ist also nicht die Ursache für häufiges nächtliches Aufwachen.




Wenn Stillen zur Einschlafhilfe wird

Mit der Zeit entwickeln viele Babys eine sogenannte Schlafassoziation. Das bedeutet, dass sie das Einschlafen eng mit dem Stillen verbinden. Das ist zunächst völlig normal.

Zwischen den einzelnen Schlafzyklen wachen Babys immer wieder kurz auf. Hat dein Kind gelernt, an der Brust einzuschlafen, wünscht es sich beim nächtlichen Aufwachen häufig dieselben Bedingungen erneut und möchte wieder gestillt werden.

Für viele Familien ist das völlig in Ordnung. Andere erleben dadurch sehr häufige nächtliche Unterbrechungen und fühlen sich zunehmend erschöpft.





Muss ich abstillen, wenn mein Baby nur an der Brust einschläft?


Ganz klar: Nein.

Eine enge Verbindung zwischen Stillen und Schlaf bedeutet nicht, dass du dein Kind abstillen musst. Viele Familien möchten weiterhin stillen und gleichzeitig für ruhigere Nächte sorgen. Das ist durchaus möglich. Je nach Alter deines Kindes und eurer individuellen Situation können Schlafgewohnheiten Schritt für Schritt verändert werden, bindungsorientiert, liebevoll und ohne die Stillbeziehung zu beenden.




Es gibt keine Lösung, die für alle Familien passt

Jede Familie ist anders. Manche Mütter genießen das nächtliche Stillen und empfinden es nicht als Belastung. Andere wünschen sich mehr zusammenhängenden Schlaf oder möchten die nächtlichen Stillmahlzeiten langsam reduzieren. Beides ist vollkommen in Ordnung. Entscheidend ist nicht, wie andere Familien ihren Alltag gestalten, sondern welcher Weg sich für euch richtig und gut anfühlt.




Was tun, wenn Stillen und Schlaf zur Belastung werden?

Wenn dein Baby sehr häufig an die Brust möchte, ausschließlich dort einschlafen kann oder ihr als Familie dauerhaft erschöpft seid, lohnt es sich, eure Schlafsituation genauer anzuschauen. Oft ist nicht das Stillen selbst das Problem, sondern die entstandene Schlafgewohnheit. Mit einer bindungsorientierten und altersgerechten Begleitung lassen sich viele Schlafgewohnheiten behutsam verändern ohne Druck, ohne Schlaftraining und immer angepasst an die Bedürfnisse eures Kindes.




Fazit: Stillen und guter Schlaf schließen sich nicht aus

Stillen unterstützt viele Babys dabei, zur Ruhe zu kommen und entspannt einzuschlafen. Nähe, Geborgenheit und Körperkontakt sind wichtige Bestandteile einer gesunden Entwicklung. Mit zunehmendem Alter entwickeln manche Kinder jedoch eine enge Verbindung zwischen Stillen und Einschlafen. Das ist normal, kann aber dazu führen, dass sie nachts häufiger die Brust zum Wiedereinschlafen benötigen. Die gute Nachricht: Stillen und guter Schlaf schließen sich nicht aus. Mit liebevollen, bindungsorientierten Veränderungen lassen sich häufig Lösungen finden, die sowohl eure Stillbeziehung als auch den Schlaf der ganzen Familie unterstützen.




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